Social Media Trends und ihr Potenzial

Social Media   •   22. März 2021   •   Aline Schlunegger

Im digitalen Alltag geht es oft drunter und drüber. Vor allem im Bereich Social Media scheint es so als ob neue Plattformen täglich aus dem Boden spriessen. Da wird es schnell schwierig den Durchblick zu behalten und zu ermitteln auf welcher Social Media Plattform man seine Zielgruppe erreicht. In folgendem Artikel möchten wir einen Blick auf die Entwicklungen der letzten Jahre bei den sozialen Medien – vor allem in der Schweiz – werfen: Was sind die meistgenutzten Plattformen? Welche sind am beliebtesten? Was sind die neusten Social Media Trends und wo führen diese langfristig hin? 

Das Portal datareportal veröffentlicht jährlich internationale und nationale Zahlen zum Internetkonsum und unter anderem auch zur Nutzung unterschiedlicher Social Media Plattformen. Die Zahlen vom Januar 2021 zeigen folgende interessante Erkenntnisse:

Daten datareportal

Ist Facebook tot?

Aus den Zahlen ergeben sich nicht nur bemerkenswerte sondern vor allem auch eindeutige Folgerungen. In der Schweiz nutzen 7,1 Millionen Menschen Social Media; bei einer Bevölkerungsdichte von 8.69 Millionen (Stand Januar 2021) sind das ganze 81.1% der Schweizer Bevölkerung, die man über soziale Medien erreichen kann. Ausserdem fällt auf, dass 96.6% davon die unterschiedlichen Plattformen auf ihrem Smartphone nutzen. Einmal mehr ein Beweis dafür, dass es extrem wichtig ist Content so herzustellen, dass er responsiv eingesetzt werden kann.

Interessant ist vor allem auch zu sehen auf welchen Plattformen sich die meisten Menschen tummeln. Allen voran ist in der Schweiz der Facebook Messaging Dienst Whatsapp, der von 86% der Schweizer*innen (16-64 Jahre) benutzt wird. In Zeiten der Gen Z, dem TikTok-Hype und der Instagram-Influencer*innen wird das Social-Media-Urgestein Facebook immer wieder totgesagt. Doch stimmt das? Tatsächlich hat Facebook aufgrund seines langjährigen Bestehens auch zahlreiche Nutzer*innen erworben und vor allem auch behalten. Laut datareportal kann man in der Schweiz über Facebook potenziell 3.5 Millionen Menschen erreichen, das sind 46.4% der Schweizer Bevölkerung (ab 13 Jahren). 

Prozente Facebook Nutzer*innen in der CH

Also doch ziemlich viel für ein Medium, das von jüngeren Generationen immer wieder als “out” bezeichnet wird. Die “Millennial-Plattform” Instagram schneidet ähnlich ab: da sind es immerhin noch 3.4 Millionen Menschen respektive 45.1 % der Bevölkerung (ab 13 Jahren), die man erreichen kann. Besonders weit vorne, nämlich an zweiter Stelle, ist die Videoportal Youtube: 7.2 Millionen Schweizer und Schweizerinnen kann man über die Bewegtbild-Plattform erreichen. Youtube, das seit 2006 zu Google gehört, zählt mittlerweile zur zweitgrössten Suchplattform nach Google. Doch nicht nur darum kann sich Youtube über viele aktive Nutzer*innen freuen, auch der Inhalt – das Bewegtbild – trägt massgeblich dazu bei. 

Zwischen Aufmerksamkeitsspanne und Kurzlebigkeit: Aktuelle Trends

Tatsächlich haben Entwicklungen im Social Media Marketing gezeigt, dass Video- und Bild-Content immer mehr Text und Beiträge in Form von Artikeln ablösen. Das spielt bestimmt auch eine Rolle für den Erfolg von Youtube. Ein besonderer Trend, der über den üblichen Videocontent hinausgeht, ist der sogenannte “ephemeral content”. Vom englischen “kurzlebig, flüchtig” übersetzt, sind damit Inhalte gemeint, die nach einer bestimmten Zeit – meistens 24h – wieder von der Plattform verschwinden. Namentlich sind das Stories (auf Instagram, Facebook, Snapchat oder auf Whatsapp eher bekannt als “Status”). Nach Snapchat, übernahmen dann auch Instagram und Facebook die Funktion Stories zu posten, die für Follower dann nur für die folgenden 24h sichtbar sind und auch in der Länge begrenzt sind (meistens 15 Sekunden). 

Dieser Aspekt der Kurzlebigkeit erklärt zum Teil auch den derzeitigen Erfolg der chinesischen Plattform TikTok, vorher musical.ly. Die Videoplattform, die von kurzen Clips von maximal 60 Sekunden lebt, boomt vor allem bei jüngeren Zielgruppen und wird auch gerne die Plattform der Gen Z genannt. Insgesamt reflektiert sie aber genau den Aspekt der Kurzlebigkeit, der wohl auch unsere immer kürzer werdende Aufmerksamkeitsspanne widerspiegelt. Die grosse Frage ist, wie sich unser Konsumverhalten in den sozialen Netzwerken noch weiterentwickeln wird. Man kann annehmen, dass wir mit dem digitalen Fortschritt immer mehr Apps und digitale Lösungen benutzen werden und dementsprechend auch laufend neue Social Media Plattformen aufkommen werden. Doch wird sich diese Form von ephemeral content durchsetzen können oder wird uns auch das langfristig schon zu langwierig sein? Das wird sich mit der Zeit zeigen. 

Schaust du noch oder hörst du schon?

Ein weiterer Trend ist die Bewegung hin zu auditiven sozialen Medien. Zum Beispiel gewinnen Podcasts schon seit einiger Zeit immer mehr an Beliebtheit, mittlerweile findet man zu jedem Thema einen passenden Kanal. So boomen auch Streaming Apps, wie zum Beispiel Spotify. Ein neuerer Trend in diesem Bereich ist die Social Media App Clubhouse (derzeit nur mit iOS verfügbar). Die Audio-App über eine exklusive Einladung kann man unterschiedliche digitale Räume betreten und Gesprächen zuhören. Ähnlich wie bei Podcasts ist die Bandbreite sehr gross: von Tipps über Unterhaltung bis hin zu Comedy ist fast alles dabei. In den Medien stand die junge Social Media Plattform schon stark unter Kritik. Einerseits aus fehlenden Datenschutzgründen, andererseits aufgrund rechtlichen Belangen und fehlender Moderation. 

Nichtsdestotrotz hat die Plattform in kurzer Zeit für viel Tumult gesorgt. Wird auditiver Content in Zukunft noch mehr Erfolg haben, wie (audio-)visueller Inhalt? Auch das wird sich nur mit der Zeit zeigen. Allerdings ermöglichen auditive Medien und Social Apps in unserem tendenziell hektischen Alltag das Multitasking: Podcasts und Gespräche hören kann man ganz nebenbei – beim Autofahren, zum Einschlafen oder auch bei der Arbeit. Hier steht ein grosser Vorteil zu den audiovisuellen Apps, die stets die volle Aufmerksamkeit der Nutzer*innen benötigen.

Fazit

Die Welt der Sozialen Medien lebt von Kurzlebigkeit, nicht nur in ihren Inhalten sondern auch in ihrem schnelllebigen Wandel. Umso wichtiger ist es immer uptodate zu bleiben, um neue Trends als Erste aufspüren und davon profitieren zu können. Wir helfen Dir dabei Deine Marke, Dein Produkt oder Dein Unternehmen auf Social Media in das beste Licht zu rücken!